KLEINE + ASSOZIIERTE ARCHITEKTEN UND STADTPLANER BDA

Bauen unter Denkmalschutz


Fassadenrestaurierung eines Baudenkmals

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Das Wohngebäude stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
Erbaut vom hannoverschen Hochschulprofessor Mohrmann dokumentiert es sein Lehrgebiet, die Baukonstruktionen des Mittelalters. Eine aufwendige Restaurierung wurde geplant. Dazu wurden Befunde über die Originalfarben der Fachwerkmalerei gesichert und danach die Schnitzereien überarbeitet und ergänzt. Die Orginalfassung wurde wieder aufgetragen einschließlich
der Blattgoldverziehrungen. Insbesondere die Brandwand zum Nachbarn war durch Kriegsfolgeschäden erheblich geschädigt und mußte mit Handbackern zum Teil neu aufgemauert werden. Die abdeckende Rollschicht wurde mit Torfbrandklinkern aus Norddeutschland wiederhergestellt. Die Dacheindeckung wurde mit alten Dachziegeln einer ostfriesischen Scheune orginalgetreu wiedereingedeckt und von innen (unter Tierhaarzusatz) neu verstrichen. Das Türmchen wurde in altdeutscher Deckung neu verschiefert, Wetterfahne und Kupferhaube nach Befund restauriert bzw. erneuert. Das Natursteinmauerwerk im Erdgeschoß aus Eifeltuff wurde nach tiefer Fugenausnehmung fachgerecht neu verfugt. Dachrinnen und Erkereindeckung aus Kupferblech runden die aufwendige Restauration ab. Neue Fenster und eine authentische Balkonbrüstung folgen in einem nächsten Bauabschnitt.

Ausbau der denkmalgeschützten Remise Büntepaark für die Hausfrühförderung
Lebenhilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH

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Zum Bestand der denkmalgeschützten Beindorffschen Liegenschaft Büntepark gehört ein Remisengebäude. In diesem Gebäude sollte die Hausfrühförderung -eine frühestmögliche Förderung behinderter Kinder zur Wahrung des häuslichen Umfeldes- untergebracht werden. Unter denkmalschutzrechtlichen Belangen entstand dieser Entwurf für einen Besprechungsraum, drei Büroräume und weitere dienende Funktionen. Die beiden großen Toranlagen signalisieren heute schon von weitem die Öffnung der Einrichtung und geben im Wortsinne die gewünschte Transparenz. Das einzigartige Ambiente steht bei den Mitarbeitern hoch im Kurs.

Erneuerung des denkmalgeschützten Rindenhaus im Büntepark
Lebenhilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH

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Das unter Denkmalschutz stehende Rindenhaus in der Hauptblickachse der Parkanlage von Julius Trip war in der Substanz nicht mehr zu erhalten. Mit dem Denkmalschutz wurde vereinbart, diesen Punkt der Achse neu und zeitgemäß zu interpretieren. Daraus ergab sich die Idee, die Konturen des Rindenhauses in Cortenstahl nachzuzeichnen und als Rotationsfigur im ursprünglichen Oktagon aufzustellen. Der Stahlbaubetrieb Klocke + Lingemann aus Stadthagen sponserte für die Lebenshilfe diesen Pavillon.

Rekonstruktion der denkmalgeschützten Zwerchgiebel
Lebenhilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH

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Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH betreibt seit 1975 eine Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung in Linden in der Weber-strasse 10. Seit 1986 ist dieses Haus die Adresse im Stadtteil für die gemeinsame in-tegrative Betreuung und Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder unter-schiedlichster Nationalitäten bis zur Schulreife.
Um dem sozialen Brennpunkt Linden Rechnung zu tragen, entschloß man sich, das typische unter Denkmalschutz stehende Li-ndener Stadthaus aus dem Beginn des 20 Jhdt. grundsätzlich zu sanieren und durch einen rekonstruktiven Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Giebel um 5 Wohnplätze zu erweitern.

Niedersächsischer Landtag - Umbau des Plenarbereichs

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Realisierungswettbewerb 2002 -2.Preis
Oesterlens Grundidee 1954 für das Parlamentsgebäude -das Thema "Alt-Neu "-hat nichts an seiner Aktualität verloren. Diese Grundidee mit seinem späteren Bekenntnis zum "fließenden Raum "in Einklang zu bringen bedeutet,der vorhandenen Architektur respektvoll gegenüberzutreten und mit Angemessenheit das Parlamentsgebäude "im Geiste unserer Zeit "den aktuellen Forderungen anzugleichen. So werden die wesentlichen gestaltprägenden Elemente Fassade und Plenarsaalbaukörper erhalten, der Plenarsaal jedoch in seiner Erlebbarkeit durch die Einfügung eines Aussenraumes (Stadtloggia)in seiner Wirkung gesteigert. Dieser Eingriff verändert weder die baukörperliche Fügung noch wesentlich das gewohnte äußere Bild des Landtages, gleichwohl erlaubt er die Korrektur der vorhandenen Problemzonen in Bezug auf natürliche Belichtung und Belüftung. Im Bestreben nach funktionaler Optimierung wird der Weg vom Eingang über Foyer und Lobby bis zum direkten Betreten der Plenarsaales durch die Einfügung eines zentralen Hallenbereiches kurz und übersichtlich gestaltet.Dabei werden jetzt noch vorhandene Sicherheitsproblematiken ebenso einfach wie effektiv eliminiert. Das neu eingefügte Element des Multifunktionssaales im Sockelgeschoss nimmt die Kontur des ehemaligen Grünhofes auf und ist -durch große Lichtschlitze mit der Lobby verzahnt-sowohl leicht auffindbar erschlossen,als auch natürlich belichtet. Der Plenarsaalbaukörper wird als zentrales Element in dem neuen rechteckigen und belichteten Dachausschnitt herausgearbeitet und so zum erlebbaren Solitär. Eine Nachhaltige Verzahnung des Landtagsgebäude mit dem Platz der Göttinger Sieben und vice versa wird mit der neu integrierten Stadtloggia erreicht. Die damit geschaffene im Wortsinne durchschaubare Raumabfolge von vorhandenem Bürohof über Lobby,Plenarsaal und neugeschaffener Stadtloggia gibt den Blick auf die Stadtsilhouette frei und erreicht die heute wünschenswerte Transparenz des Landtages bei optimaler innerer Orientierung. Ausgehend von der unveränderten Hauptzugangssituation erschließt sich unmittelbar der zentrale Hallenbereich mit Foyer und Lobby. Die im Bereich der Pförtnerloge angeordneten Treppenabgänge innerhalb der Belichtungsfugen ermöglichen bedarfsweise eine subtile Trennung von Abgeordneten und Besuchern/Presse. Damit ist die räumliche Orientierung für jeden sofort erfassbar. Besucher können bedarfsweise direkt über die im Bereich der Pförtnerloge angeordneten Treppenabgänge innerhalb der Belichtungsfugen zum zentralen Besucherbereich im Sockelgeschoss geleitet werden.So sind Beeinträchtigungen der Abgeordneten bei Sitzungen durch große Besuchergruppen ausgeschlossen. In dieser Konsequenz ist das direkte Erreichen der Besucheremporen durch direkte Aufzüge und Treppen gewährleistet. Das durch den Grünhof transparente äußere Erscheinungsbild des Portikus erfährt mit dem großzügigen Oberlicht des neuen Foyers eine willkommene Steigerung. Der mit einer Glasdachkonstruktion überdeckte Foyer-/Lobbybereich wird bestimmt von der erhaltenen Niedersachsentreppe, den vorhandenen Detailausbildungen (Geländer,abgeh.Decken etc.)der Galerieebenen und umschließenden Putzflächen der Wände. Gleichzeitig wird die Zone zwischen Pförtnerloge und Windfang in notwendigem Umfang vergrößert. Als Material wird Muschelkalk (Böden),weisser Putz,Stahl und Glas (Geländer etc.) vorgeschlagen.
In Zusammenarbeit mit Christian Boes und Bodo Gützlag

Orgel und Sängerempore der Marktkirche St. Georgi et Jacobi

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Wettbewerb 2000 1. Preis
Entwurfsbestimmende Parameter dieser Aufgabe wurden durch Dieter Oesterlen mit seiner Interpretation des Raumes nach dem Kriege vorgegeben. Oesterlen gelang es meisterlich, den recht kurzen fünfjochigen gotischen Hallenraum durch die Einbeziehung des Westwerkfensters optisch zu verlängern. Dies ist u. E. auch Oesterlens Begründung gewesen, die Orgel im südlichen Seitenschiff auf der Westwand zu positionieren. Immerwährende akustische Probleme, die sich aus dieser Position ergeben, einhergehend mit mechanischen Problemen der Orgel führten zu der Entscheidung, einen Orgelneubau mit einer den musikalischen Anforderungen entsprechenden Empore in Auftrag zu geben. Unser Entwurf befürwortet ausdrücklich den Oesterlenschen Raum. Dazu hält die neue Orgel diese Westwerksblickbeziehung bewußt frei und steigert somit die Achse. Zusätzlich wird der Narthex geöffnet und stellt die Orgel in ihrer Position als Solitär frei. Dies entspricht der Auffassung des Raumes, Flächigkeit mit Ziegel zu belegen und Solitärformen als Kontrast dem entgegen zu stellen. So entwickelte sich in der bewährten Zusammenarbeit mit dem rennommierten Orgelbauer Gerald Woehl aus Marburg der plastisch solitäre Korpus der neuen Orgel. Pfeifen mit Überlänge in den großen Ansichtsprospekten erzeugen das strenge aufstrebende Bild, ohne sich der Gotik anzubiedern. Ein Register Spanischer Pfeifen verzahnt den Prospekt mit dem Raum und zoniert den Manualbereich. Die Kontur der Oesterlenschen Empore wird beibehalten, da nur so eine extreme Störung des ersten Jochs -und damit eine empfindliche Störung des Gesamt-raumesvermieden wird. Die Antwort auf die musikalischen Anforderungen der Chormusik wird durch eine ausfahrbare Emporenkonstruktion gegeben, die lediglich während der musikalischen Nutzung das Raumempfinden stört. Eine verdeckte Zuwegung zum Bödeker-Saal bringt dem Narthex den ursprünglichen quadratischen Grundriss zurück, gleichzeitig sorgt ein galerieartiger Umlauf für eine wohltuende Zäsur der Narthexhöhe. Zusätzlich bietet der Entwurf einen den Anforderungen der Chormusik Rechnung tragenden Probenraum im Dachgeschoss an. An der vorgeschlagenen Stelle ist der alte Dachstuhl im Kriege zerstört und bietet durch die "neue" Stahlkonstruktion den erforderlichen Querschnitt, den Saal ohne Veränderungen an der Substanz zu errichten.