KLEINE + ASSOZIIERTE ARCHITEKTEN UND STADTPLANER BDA

Wissenschaftsgebäude

Institut für marine Geowissenschaften in Kiel

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Realisierungswettbewerb 1990 1. Preis
Die Schwentinemündung zeigt auf der nördlichen Seite eine bewegte, naturnahe Uferlinie und kontrastierend dazu auf der Seite des Baugeländes eine lineare, harte Uferkante in Form der vorhandenen Kaimauer. Auf dieser stehen zurückgesetzt die geplanten Gebäude des Forschungszentrums GEOMAR senkrecht zur Uferlinie aufgereiht. Mit dieser Baukörperausrichtung wird von der Schwentine, aber auch vom Land her eine optische Durchlässigkeit erreicht, ohne die klare Gliederung und erwünschte Kompaktheit der Gesamtanlage zu schmälern. Das Wellingdorfer Zentrum mit seinem städtebaulich markanten Hochhaus erfährt durch den räumlichen und baulichen Zusammenschluß mit dem Eingangsforum des Neubaukomplexes eine bedeutende Aufwertung. Die begrünte Böschungskante an der landseitigen Grundstücksgrenze wird erhalten und als Grüngürtel betont. Die Institutsgebäude sind dort dreibündig organisiert, wo eine große Flexibilität bezüglich der Raumtiefe usw. erwünscht ist. Fluchtbalkone, die auch einen Teil des festen Sonnenschutzes darstellen, sichern den für die Labore erforderlichen zweiten Fluchtweg. Die Räume der Haustechnik sind grundsätzlich im Dachgeschoß (und dadurch hochwassergeschützt) angeordnet. Ein horizontaler ‘Medienkanal’ verbindet die Technik. Die Versorgung der Laborräume mit den erforderlichen Medien erfolgt über senkrecht geführte Installationszonen, die im Bereich der Gebäude-Mittelstützen flurseitig vorgehalten werden. Daraus resultiert eine störungsfreie und flexible Nachinstallationsmöglichkeit.Die Gebäudegruppe des ersten Bauabschnitts erhält einen zentralen Zugang und ist Quartier der drei wissenschaftlichen Abteilungen Moderne Umweltgeologie, Paläo-Ozeanographie und Ozeanische Geodynamik. Die vorhandene Halle 6a wird bewußt erhalten und in die weitere Neubauplanung einbezogen; dieses Nebeneinander alter und neuer Bausubstanz ist von besonderem Reiz. Ein Verbindungsgang im ersten Obergeschoß ermöglicht die wünschenswerte Kommunikation zwischen den Abteilungen und auch die Verbindung zum zweiten Bauabschnitt, der die Verwaltung, das Zentrum wissenschaftliches Tauchen und die zentralen Einrichtungen aufnimmt. Die Gebäudestruktur und Gebäudegliederung ermöglichen übersichtlich erschlossene weitere Bauabschnitte verschiedenartiger Ansprüche, ohne daß die klare und ablesbare Gesamt-konzeption verlorengeht. Dem Hauptgebäude ist ein Binnenhafen ostwärts vorgelagert, der die Slipanlage aufnimmt und als Liegeplatz kleinerer Schiffe des Instituts dienen kann - auch museale Schiffe könnten hier ihren Liegeplatz finden.




Universität Hannover - Neubau Fachbereich Chemie

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Realisierungswettbewerb 1990 1. Preis
Der Fachbereich Chemie liegt an der Nahtstelle zwischen dem Nordstadt-Wohnbereich und dem Welfengarten, der an dieser Stelle einen Zugang für die Bevölkerung erhalten soll. Durch den Entwurf erfährt der Fachbereich Chemie eine klare Arrondierung zum Welfengarten hin. Der sich an der Achsialität des alten Bestandes ausrichtende Baukörper wird von einer Scheibe durchdrungen, die eine deutliche Abgrenzung des Chemiebereiches bewirken soll. Entlang dieser geschwungenen Scheibe entwickeln sich die Sonderfunktionsbereiche. Die drei Nutzungs-bereiche technische Chemie, physikalische Chemie und anorganische Chemie sind in je einem Geschoß untergebracht. Im ersten Obergeschoß wird eine Brückenverbindung zum bestehenden Komplex hergestellt. Die senkrecht geführten Stränge der Digestorien-Abluft, die Abwasserleitungen, die zentrale Medienversorgung und die Elektrosteige-stränge werden in einer Flurzone geführt, die über Stahlfalttüren jederzeit und geschoßweise für Reparatur- und Nachrüstzwecke erreichbar ist. Durch die bauliche Differenzierung der Gesamtanlage wird die räumliche Beziehung zum Welfengarten unterstrichen. Die winkelförmige Schließung des Chemie-Areals zum Welfengarten ist geprägt durch den Kontrast offener zu geschlossenen Gebäudestrukturen. Die Gebäude selbst zeigen vorwiegend eine weiße Kratzputz-Oberfläche auf.






Cafeteria Krankenhaus Siloah

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Planung 1992 - 1993
Die steigenden Patientenzahlen machten eine Erweiterung des Aufenthaltsbereiches am Krankenhaus Siloah notwendig. Zwischen den vom Büro Kleine 1972 fertiggestellten Gebäudetrakt und ein schon damals vorhandenes Trafogebäude fügt sich eine bewußt konstruktiv gehaltene Halle ein. Nichtzuletzt Zwänge durch unterirdische Kanäle und Leitungen führten zu dieser offenen und transparenten Tragwerkskonstruktion, die sich eigenständig neben den kubischen Gebäuden behauptet und eine selbstbewußte Zwiesprache führt. Konstruktive Maße leiten erlebbar aus dem Altbau über und verhindern eine optische Trennung beider Einheiten. Die gefalteten Dächer und die großzügigen Glasflächen schaffen den Übergang von Innen nach Außen. Eingebaute Eßnischen neben frei im Raum aufgestellten Tischen differenzieren den einfachen Raumzuschnitt. Vorherrschendes Material ist weiß lasiertes Holz.


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